"Hardware" mit Java steuern? Blinkende Würfel?

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Hey zusammen,
da ich unterrichte möchte ich meinen Studierenden etwas bieten, was Java mal lebendiger und cooler macht. Was sind da eure Ideen?
Derzeit suche ich eine Art LED Würfel, auf den die Studierende etwas ausgeben können in Form von Texten oder dergleichen. Es geht einfach darum, Grundkonstrukte wie Schleifen, Verzweigungen und Entscheidungen zu proben.

Sind euch da Hardwarekomponenten bekannt, die mit Java programmierbar sind?
Falls ja, welche? Habt ihr damit Erfahrung?

Habt vielen Dank.


gruß



Maik
 
A

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Raspberry Pi finde ich als Ansatz gar nicht schlecht. Der kostet nicht viel und man kann mit wenig weiteren Hardwarekomponenten schöne Dinge zaubern. Es muss ja nicht gleich ein blinkender Würfel sein. Ein Breadboard mit ein paar LEDs sind auch schon was wert.
Auch mit Pi4J kann man die GPIO Pins des Raspberry Pis ansteuern.
 
@MaikHSW Bitte nicht falsch verstehen und vielleicht geht es nur mir so, aber ein LED-Würfel für z. B. Textausgabe würde mich nicht vom Hocker reißen. Da fände ich andere Dinge - die nicht unbedingt Hardware voraussetzen - wesentlich interessanter, zumal man diese in eine Art Wettbewerb einbauen kann.

Zum Beispiel: Steuerung eines Roboter-Staubsaugers. Der bekommt als Eingabe unter anderem einen rechteckigen Ausschnitt seiner Umwelt mit Wänden und Schmutzpartikeln (also eine geschönte Eingabe seiner Sensoren). Als Ausgabe liefert er einen Steuerungsbefehl. Die Lage des Roboters ist dabei durch die Mitte der Karte gegeben (er hat also den Rundumblick). Das Ziel ist in jedem Fall, sämtlichen Schmutz einzusaugen. Keinesfalls darf der Roboter gegen die Wand fahren.

Der Spaß lässt sich in Teams organisieren. Die Teams spielen gegeneinander etc. Beste Lösung ist die, die zur Lösung der Gesamtaufgabe (Erweiterungen kommen gleich) am wenigsten Schritte benötigt.

Das Prinzip lässt sich nun beliebig ausbauen: der Steuerungsbefehl kann z. B. eine Änderung des Geschwindigkeitsvektors sein. Die Änderung kann auf Maximalwerte begrenzt werden, so dass man rechtzeitig abbremsen muss. Die Größe des gegebenen Kartenausschnitts kann von der Geschwindigkeit des Roboters abhängig sein. Damit der Roboter nicht ewig rumfahren darf, kann man ihm eine "Akkukapazität" mitgeben. Wenn man will, baut man noch eine Ladestation ein. Das Aufladen kann negativ bewertet werden usw. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.
 
Hey zusammen.
Zunächst danke für die Antworten.
@Javinner : Vielen Dank. Nur da fehlt mir halt die Hardwarekomponente. Also nur Java auf RP zu bewegen ist für technikferne Personen etwas unspektakulär.
@Robat : Das sieht echt spannend aus. Leider ist das Breadbord für dich und mich schon eine Errungenschaft, für technikferne Studenten leider eher nein. Da muss es entweder eine Wow-Effekt sein, Licht an / Licht aus geht maximal 5 Minuten gut, danach kommt die Langeweile. Und die Bords dürfte ohnehin ich stecken :p

@mihe7 :
Fairerweise muss ich dich ehrlich sagen, dich und mich sprich vermutlich etwas sinnvolleres und geistig forderndes an. Viele Studierende, die ich unterrichte, bekommen aber nicht mal zwei Schleifen ineinander sinnvoll in den Kopf rein. Es klingt gemein, aber die Damen und Herren sind fachfremd, Programmierung ist da notwendiges Übel.
Das muss man sich immer wieder klar machen. Aufgaben, die kämpfen erfordern, werden kategorisch abgelehnt oder, wenn sie Hausaufgaben sind, an Freunde weitergegeben plus als Beschwerde eingereicht.
Selbst ein Array anzusprechen funktioniert null. Ich habe das 100x gezeigt, erklärt, mit Code-Snippets..... Sie müssten es also nur aus den eigenen (!) Unterlagen abschreiben, selbst das wird bei 90 % nichts und führt zu Verweigerung. Wenn du da nicht mit "Wow" Effekten kommst verlierst du hart....

Der Staubsauger ist sicher spannend, leider ist es halt rein virtuell. Und einem Studenten, der Eclipse für total unnötig hält, zu erklären, dass er rein virtuell denken soll und nichts anfassen kann, klappt null.
Zumal selbst Klassen- und Objekte nahezu unmöglich sind, wird nicht so recht verstanden. Eine GUI ist daher in Java viel zu komplex. Zumal dann eine gesamte GUI so zu bauen, dass Studierende sie nicht verwüsten können und zugleich noch darin programmieren können klingt für mich nicht machbar.

Wenn du dann noch Komplexitäten mit Bremsen und so weiter einbauen willst.... Sehe ich keine Chance.
Was ein Student leidlich kann:
- Schleifen
- If / Then Verknüpfungen
- Switch Anweisungen
- Funktionen / Prozeduren (eher schlecht)
- Arrays (maximal 10 %)
- Objekte erzeugen und damit arbeiten (maximal 20 %)

Das waren die wesentlichen Themen, mehr ist da nicht....
Damit geht ehrlicherweise nichts komplexes, wir reden da vom Inhalt eines Semesters.
Wenn die dann mit Schleifen ihren Namen auf eine LED Wand schreiben ist das schon großes Kino, für alle Seiten.

Gerne bin ich natürlich für andere Ideen offen um etwas Edutainment rein zu bringen und nicht nur stumpf durchzukämpfen....


Gruß
 
Was ein Student leidlich kann:
- Schleifen
- If / Then Verknüpfungen
- Switch Anweisungen
- Funktionen / Prozeduren (eher schlecht)
- Arrays (maximal 10 %)
- Objekte erzeugen und damit arbeiten (maximal 20 %)
Wie du schon selber sagtest ... da geht nicht viel. Und ich muss auch folgendes sagen:
Wenn einen die Programmierung interessiert, dann brauch man Basics wie Schleifen oder andere Kontrollstrukturen auch nicht mit "Klicki-Bunti" lernen. Dazu müssten die Studenten, mEn, viel zu viele Dinge einfach als Gegeben annehmen - würde mich persönlich stören. Es gehört nun mal dazu sich hinzusetzen und diese Basics in den Kopf zu prügeln. Die schönen bunten Dinge kommen später noch zuhauf .. zumal man mit der Konsole auch schöne Dinge machen kann (ASCII-Figuren zeichnen zB). Ich weiß selber, dass viele, gerade junge, Studenten das anders sehen. Da müssen sie aber mEn durch. Wir haben es ja schließlich auch alle geschafft ;)

Ansonsten: Für das Breadboard/Den PI gibt es natürlich auch andere Dinge. Von kleinen Push-Buttons, über Motoren bis hin zu kleinen TFT-Displays ... kommt am Ende aufs Budget an.
 
Hey @Robat ,
ich glaube, es ist so eine Mischung ehrlicherweise.
Wenn ich mich mal als Student fühle:
ich habe einen Studiengang gewählt, der mit Informatik bewusst (!) nichts am Hut hat, nur marginal.
Auf einmal steht da so ein Vogel vor mir und kommt mit Schleifen und so weiter....
Das würde mich auch nur begrenzt erfreuen. Demnach verstehe ich es.

Programmierung bzw. Algorithmen sind aus meiner Sicht die Zukunft und daher etwas, was jeder grundsätzlich verstehen sollte. Nur ich fürchte, bei so einer Gruppe muss es deutlich eher in den Edutainment Bereich gehen und es muss bunt und knallig sein. Es muss halt massiv motiviert werden um überhaupt mal einen kleinen Effekt zu erzielen....
Was zum Beispiel viele wirklich glücklich gemacht hat war der Moment, als etwas "ging".
Je komplexer umso cooler für die Leute. Nur es ist halt einfach begrenzt. Daher war meine Idee, da etwas mehr Output rein zu bringen und das lernen von Algorithmen an den Rand zu schieben (zumindest in die Aufmerksamkeit) und daher nebensächlich geschehen zu lassen.
Denn wo lernen wir Menschen am besten? Wenn uns etwas interessiert und wir was wissen wollen.

Mit Pi finde ich noch immer sehr cool, fürchte aber, dass Buttons in dergleichen für viele schon zu komplex wird wenn es wirklich optisch "nur" begrenzt bunt aussieht.
Und sowas wie Musik nachspielen oder im Takt drücken ist nicht so trivial zu bauen, leider.

Um dir mal ein konkretes Beispiel zu geben:
Ich hatte mal die Idee, dass die Studierenden ein Kennwort, bestehend aus genau 8 Zahlen, "erraten" sollten.
Sprich einfaches Bruteforce. Aus meiner Sicht einfache Schleife, vergleichen und wenn passt dann merken.
Danach ausgeben und ab dafür. Entweder 2x 4 Zahlen oder halt 8x1. Keine Buchstaben nichts, nur Zahlen.
Das hat mir ein ernstes Kritikgespräch gebracht, das war viel zu komplex zum durchdenken (zu dem Zeitpunkt kannten die Studierenden alle notwendigen Konstrukte bereits). Ich habe gelinde gesagt geschluckt und war zutiefst fasziniert.... Daher bin ich mittlerweile echt sehr langsam.... Was ich in einem Semester vermittel war bei uns Stoff von einem Tag.... Daher: es muss auch Nachsicht mit "Fachfremden" geben :)

Momentan fände ich Mindstorms eine spannende Idee. 1-2 und dann mit Java für Wettkämpfe programmieren. Da könnte was gehen, wenig Hardware, viel Logik und Java als Trägermittel :).
Meinungen dazu?



Gruß
 
Ah. Das es dabei um keinen Informatik-Studiengang geht, hatte ich nicht mitgeschnitten. Da muss man mit Anforderungen natürlich etwas zurückgehen.
Dennoch: Motivation ist das eine - das Lernen der Grundstrukturen bleibt dadurch allerdings nicht aus.

Hab mir das "Mindstorms" gerade mal kurz angeschaut und muss sagen, dass es gar nicht mal so schlecht aussieht. Das müsste man allerdings ausprobieren und ist sicherlich immer abhängig von den Studenten. Für mich wäre es nichts aber wenn ein Brutforce-Algo schon zu solchen Problemen führt, sollte man so etwas vielleicht mal ausprobieren.

Hast du dir schon mal Processing angeschaut? Wird wohl an einigen Unis / FHs gelehrt und finde ich für den Anfang vielleicht auch nicht schlecht.
 
Vielleicht wäre ja etwas in Richtung Computergrafik auch etwas. Das ist auch bunt und da blinkt's und kann schnell faszinieren. :)
Häufig wird Einsteigern Processing empfohlen. Das läuft sogar im Browser, kann also überall ausprobiert werden.

EDIT: Lol, @Robat hatte denselben Gedanken. :)
 
Wenn ich mich mal als Student fühle:
ich habe einen Studiengang gewählt, der mit Informatik bewusst (!) nichts am Hut hat, nur marginal.
Auf einmal steht da so ein Vogel vor mir und kommt mit Schleifen und so weiter....
Das würde mich auch nur begrenzt erfreuen. Demnach verstehe ich es.
Na ja, entweder es ist ein Pflichtkurs. Dann hat das Studium eben doch etwas mit Informatik zu tun. Oder es ist kein Pflichtkurs. Dann hätte man ja etwas anderes wählen können.
Ich glaube, wenn solche Leute der Maßstab des Niveaus sein sollen, bist du auf dem besten Weg, die Qualität deiner Lehre in den Keller zu fahren. Letztendlich schadet das nur den Leuten, die wirklich etwas verstehen wollen. An denen würde ich mich orientieren. Wenn dann einige mangels Motivation auf der Strecke bleiben, finde ich das völlig in Ordnung. Beim Kunstunterricht in der achten Klasse kann ich ja noch nachvollziehen, wenn man auch die größten Stümper nachsichtig benotet. Aber im Studium? Dazu gehört doch auch die erfolgreiche Bearbeitung der Nebenfächer. Warum soll man als Dozent da so tun, als seien die nicht wichtig? Dadurch würde man sie doch erst als so belanglos deklarieren, wie manche Studenten sie offenbar sehen wollen. Dann kann man sie auch gleich ganz abschaffen.
Nur ich fürchte, bei so einer Gruppe muss es deutlich eher in den Edutainment Bereich gehen und es muss bunt und knallig sein. Es muss halt massiv motiviert werden um überhaupt mal einen kleinen Effekt zu erzielen....
Wo soll denn noch Qualität herkommen, wenn es nicht einmal mehr an Universitäten und Hochschulen noch um grundlegendes Verständnis, sondern um Edutainment geht? Es ist eine schlimme Fehlsteuerung, wenn Unis für möglichst hohe Absolventenzahlen Gelder erhalten. Wenn überhaupt, dann müsste man eigentlich eher hohe Durchfallquoten belohnen. Das wäre ein besserer Anreiz, für hohe Absolventenqualität zu sorgen.
 
@MaikHSW OK, wenn die Leute fachfremd sind, dann ist ein solcher Roboter wahrscheinlich nichts. Um welchen Studiengang geht es denn? Evtl. fällt jemanden etwas ein, was man ggf. sinnvoll mit den sonstigen Inhalten verbinden kann.

Was Mindstorms betrifft: das wird z. T. an Schulen eingesetzt (wir haben eine solche in der Nähe); sollte also irgendwie funktionieren.

Licht an / Licht aus geht maximal 5 Minuten gut, danach kommt die Langeweile.
Das Problem sehe ich eben auch beim Würfel.

Eine GUI ist daher in Java viel zu komplex. Zumal dann eine gesamte GUI so zu bauen, dass Studierende sie nicht verwüsten können und zugleich noch darin programmieren können klingt für mich nicht machbar.
Oh, so weit wäre ich nicht gegangen. Die Aufgabe hätte nur darin bestanden, die Logik zu programmieren. Die Karte wäre ein simples 2D-Array, bestehend aus ein paar Zeichen ("." = freie Fläche, "#" = Wand, "*" = Schmutz), gewesen.

Den aktuellen Zustand (Karte, Geschwindigkeitsvektor, ...) hätte der Roboter von der Simulation erhalten, die ihr natürlich zur Verfügung stellen hättet müssen. Der Roboter hätte also immer nur auf die aktuelle Situation reagieren müssen.

Mal überlegen, evtl. fällt mir noch was ein.
 
Hey zusammen.
Fairerweise muss ich dich ehrlich sagen, dich und mich sprich vermutlich etwas sinnvolleres und geistig forderndes an. Viele Studierende, die ich unterrichte, bekommen aber nicht mal zwei Schleifen ineinander sinnvoll in den Kopf rein. Es klingt gemein, aber die Damen und Herren sind fachfremd, Programmierung ist da notwendiges Übel.
Das muss man sich immer wieder klar machen. Aufgaben, die kämpfen erfordern, werden kategorisch abgelehnt oder, wenn sie Hausaufgaben sind, an Freunde weitergegeben plus als Beschwerde eingereicht.
Selbst ein Array anzusprechen funktioniert null. Ich habe das 100x gezeigt, erklärt, mit Code-Snippets..... Sie müssten es also nur aus den eigenen (!) Unterlagen abschreiben, selbst das wird bei 90 % nichts und führt zu Verweigerung. Wenn du da nicht mit "Wow" Effekten kommst verlierst du hart....
Ganz ehrlich: dann sind deine Studenten einfach für das Studium nicht geeignet und ich denke, in den allermeisten Fällen (mir ist da auch eine Ausnahme bekannt) hat sich da jemand was dabei gedacht daß dein Fach bei diesem Studiengang im Pflichtprogramm landet.

Heutzutage ist es halt so, daß viele "Studenten" sich irgendwo einschreiben und im Grunde keine Ahnung haben, was sie da eigentlich sollen und für ihr Studium keinerlei Interesse aufbringen. Da sitzen dann irgendwelche idealistisch motivierten Mädels in einem Studiengang "Umwelttechnik", die in der Schule nie Interesse für Naturwissenschaften gehabt haben und denken, sie würden nach ihrem Studium dann die Energiewende in Deutschland wuppen. Und sind völlig schockiert, daß sie im ersten Semester mit den Grundlagen der E-Technik belästigt werden, alles viel zu schwer, Grundlagen Mechanik, ... genau das, was sie in der Schule schon nicht wollten. So eine persönliche Erfahrung meinerseits, Umwelttechnik war so eine Art "Nachbarstudiengang" bei uns. Ähnlich wie bei Kommunikationstechnik (früher Nachrichtentechnik).

Solche Leute sollten besser möglichst früh ausreichend kräftig auf den Boden der Tatsachen geholt werden, das ist für alle Beteiligten am Besten. Die Dozenten, die lieber mehr interessierte Studenten hätten, die wenigen interessierten Kommilitonen, die auch lieber die interessanteren Dinge machen würden, und was wollen die uninteressierten Studenten am Ende mit einem Abschluß in einem Fach, das ihnen doch eigentlich gar nicht zusagt. Etwa den Rest ihres Lebens darin arbeiten?

Außerdem: für viele ist das Studium die letzte Gelegenheit zu lernen, sich um sich selbst zu kümmern und Verantwortung zu tragen. Wenn du die Leute immer noch pampern mußt damit sie sich gnädigerweise den Stoff freiwillig reinziehen läuft schon genug falsch. Und diesem Druck nachzugeben macht es nur schlechter.

Ich (übrigens selber Student) hab zwar auch so meine Kritik am Bildungssystem der BRD, aber das Niveau noch weiter in den Keller zu jagen ist sicher nicht die Lösung.
 
Außerdem: für viele ist das Studium die letzte Gelegenheit zu lernen, sich um sich selbst zu kümmern und Verantwortung zu tragen.
Genau darum geht's. Das halte ich für die wichtigste Kernqualifikation, die man durch ein erfolgreiches Studium nachweist. Wenigstens das möchte man als Arbeitgeber doch voraussetzen können, wenn man einen Akademiker einstellt.
 
Gabs genau diese Diskussion nicht schon mal vor einiger Zeit?

Ich kann @MaikHSW in seinen Bemühungen nur bestärken, anders als andere bin ich aber auch nicht der Meinung, dass "Edutainment" und motivierende Lehre in irgendeinem Widerspruch zu vernünftiger Lehre stehen. Irgendwie scheint es bei vielen gut anzukommen, wenn Wissen möglichst scheiße rüber gebracht wird...
 
Gabs genau diese Diskussion nicht schon mal vor einiger Zeit?
Ja. Das Problem ist leider noch nicht gelöst.;)
anders als andere bin ich aber auch nicht der Meinung, dass "Edutainment" und motivierende Lehre in irgendeinem Widerspruch zu vernünftiger Lehre stehen
Der Meinung bin ich auch nicht. Wenn man es damit schafft, Studenten dazu zu bringen, sich die Inhalte zu erarbeiten, ist es ja in Ordnung. Oft - und den Eindruck habe ich auch in diesem Thread - geht es aber darum, den Studenten das Erarbeiten der Grundlagen zu ersparen, die dann stattdessen für Spaßprojekte benutzt werden. Und dann hatte man eben nur gute Unterhaltung, aber nichts gelernt.
Die Unterscheidung ist mir schon wichtig: es geht mir nicht nur darum, letztendlich den Stoff verstanden zu haben, sondern auch darum, das durch eine aktive Eigenleistung geschafft zu haben. Mir ist jeder Weg recht, mit dem das erreicht wird.
Irgendwie scheint es bei vielen gut anzukommen, wenn Wissen möglichst scheiße rüber gebracht wird...
Ein Akademiker sollte schon über die Fähigkeit verfügen, sich beispielsweise den Inhalt trockener Texte zu erschließen, auch wenn kein Motivator dahinter steht, der ihm das erst aufbereitet. Ist zwar etwas überspitzt formuliert, aber "Wissen möglichst scheiße rüber gebracht" zu haben, kann da ein Weg sein. Wenn man Edutainment-basierte Lehre betreibt, sollte man sich auch Gedanken machen, ob diese und ähnliche Fähigkeiten wirklich erreicht werden. Wenn das gelingt, habe ich nichts dagegen. Ich sehe aber schon die Gefahr, dass man - zwar mit guter Absicht - letztendlich nur Scheinwissen vermittelt, ohne zu merken, dass die Studenten keine ausreichende Eigenständigkeit entwickeln.

Grundsätzlich sollte ein Studium ja lang genug dauern, um Platz für beides zu lassen. Am Anfang kann man mit anspruchsvollen Grundlagenkursen z.B. in Mathematik möglichst viele ungeeignete Studenten ausfiltern und hat dann später Raum für interessantere Aufgaben mit mehr Projektcharakter.
 
Irgendwie scheint es bei vielen gut anzukommen, wenn Wissen möglichst scheiße rüber gebracht wird
Hier stimme ich dir nur bedingt zu, denn meine Erfahrung der letzten Jahre ist eher von Ereignissen der Art geprägt, dass die Fortbildung weniger als Wissen und mehr als eine Art Baustein angesehen wird, welchen man später in das Portal einsetzt und auf eine magische Art auf ein neues, meist finanzielles Level gehievt wird. Ich habe es schon so oft erlebt, dass viele der Meinung sind, eine Uni, FH o.ä. sind einem Schnell-Imbis gleichzusetzen, sprich gekauft ist gleich bekommen. Es ist sehr löblich, wenn jemand versucht, das Unterricht spannender zu gestalten, aber von Erwachsenen oder sagen wir den Zeugungsfähigen erwarte ich eine gewisse Aufrichtigkeit und Eigeninitiative, sich dem Leben zu stellen! Ich halte es für untragbare Verschwendung, wenn man Menschen, welche sicher nicht den Anforderungen genügen, trotz all dem ermöglicht wird zu studieren. Das bring nichts! Das führt dazu, dass jemand irgendwann nach 12 Semester ein Waschlappen-Zeugnis hat, welches er sich an die Wand nageln kann, weil er damit nichts reist!
Wäre es nicht besser, wenn eben diese Person gleich zu Beginn versteht und einsieht, dass die Eigenleistung nun mal nur für ein Handwerker-Beruf, hier als Beispiel, ausreicht, damit diese nach der Zeit fest im Sattel sitzt, anstatt festzustellen, dass sechs Jahre vorüber sind, man pleite ist und mit dem Abschluss nie und nimmer eine geeignete Stelle bekommt? Wäre der Statt hier nicht besser dran? Letztendlich die Person, die den Anforderungen genügte, aber kein Platz bekam?

Dafür müsste man aber einsehen, dass Menschen nicht! gleich sind. Dass Menschen die Spezies ist, die sich vom Individuum zu Individuum so unterschiedlich sein kann, wie es die heutige Situation überall wo es nur geht verleugnet und täuscht? Denn genau dieser Unterschied brachte jene Genies hervor, welche unser Alltag erst ermöglichten!
Warum gab es ein Gauß, ein gewissen Herrn James Gosling usw? Kann ich genau so schnell laufen, wie Eliud Kipchoge? Wohl kaum und das habe ich mir in meinen besten Jahren bewiesen, in dem ich versucht habe, den Schnitt zu halten! Unhaltbar für ein mittelgroßen damals sehr sportlichen weißen! Hat man mich schreien hören, all das wäre Unfähr, Schiebung, bindet dem Mann zwanzig Kilogramm Hanteln an die Füße? Ganz bestimmt nicht, weil ich eben so weit war, einzusehen, dass ich persönlich diese Leistung niemals erbringen werde, weil ich GENETISCH nicht dafür geschaffen wurde! Und genau das führte dazu, dass ich mein Leben nicht für den Traum, einst der schnellste Läufer dieser Welt zu sein, aufgab und zum Wohl der Gesellschaft und nicht zuletzt meinem eigenen ein Beruf ausgeübt habe und heute fest im Sattel sitze. In dem Sinn sehe ich die Bemühungen nicht auf der Dozent seiner Seite, viel mehr sollte das Raster wesentlich enger werden, als es im Augenblick der Fall ist.
 
Oft - und den Eindruck habe ich auch in diesem Thread - geht es aber darum, den Studenten das Erarbeiten der Grundlagen zu ersparen, die dann stattdessen für Spaßprojekte benutzt werden. Und dann hatte man eben nur gute Unterhaltung, aber nichts gelernt.
Die Unterscheidung ist mir schon wichtig: es geht mir nicht nur darum, letztendlich den Stoff verstanden zu haben, sondern auch darum, das durch eine aktive Eigenleistung geschafft zu haben. Mir ist jeder Weg recht, mit dem das erreicht wird.
Ich versteh das eher als ein Grundlagen anhand eines "Spaßprojekts" zu vermitteln, und nicht das Grundlagen überspringen.
MEn klappt das, grad bei Anfängern mit sehr wenig Zeit, deutlich besser, wenn man da was "in der Hand hat" und seinen Fortschritt auch "in der echten Welt sieht".

Die Frage ist natürlich, was man noch als Grundlagen bezeichnet, ich halte dafür auch nach wie vor Java für die falsche Sprache, weil man schon Grundlagen braucht, um Java zu lernen...


Keine Ahnung, wie man von "interessante Lehre" zu "untragbare Verschwendung, wenn man Menschen, welche sicher nicht den Anforderungen genügen, trotz all dem ermöglicht wird zu studieren" un "Menschen nicht gleich sind" kommt und was ich dazu sagen soll.


Lehre interessanter und motivierender zu gestalten, hat nichts damit zu tun, dass mehr Leute bestehen oder die Anforderungen sinken.
Ich selbst fand es immer gut, wenn die bei mir nicht nur anwesende waren, weil sie es mussten, sondern weil sie Spaß dran haben. Die Durchfallquoten waren bei mir aber trotzdem überm Durchschnitt...


Wenn gesiebt werden muss, dann über den Inhalt, aber nicht über die Präsentation.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn gesiebt werden muss, dann über den Inhalt, aber nicht über die Präsentation.
Stimmt. :)
Es ist wichtig, zu sieben. Denn ein Mensch der für ein Fach nicht geeignet ist, sollte sich dessen so früh wie möglich bewusst werden, um einen Bereich zu finden wo er mit seinen Stärken punkten kann.
Aber es gibt es gibt auch den Fall wo ein schlechter Unterricht die Ursache für hohe Durchfallquoten ist.
Es gibt auch die Menge der Studenten, die zwar für ein Fach geeignet sind, es aber noch nicht geschafft haben gewisse tote Punkte zu überwinden. Ein guter Lehrer schafft es, diese Studenten zu begeistern, und gibt ihnen damit die Kraft es zu schaffen.
Diese Studenten sind es für die Lehrer wirklich gebraucht werden. Die Höhe des Prozentsatz erfolgreicher Studenten aus dieser Menge zeigt die Qualität des Lehrers.
 
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