Ich würde so weit gehen und das auf so ziemlich alle Studiengänge ausweiten. (Die Studiengänge, die von vornherein nichts erwerbstaugliches vermitteln, lasse ich mal außen vor, auch wenn dies für diese schon per Definition gilt.)
Ich hab viele Leute kennengelernt die mal etwas studiert haben, später was ganz Anderes gemacht haben. Ich selber mache auch etwas, daß mit meinem Studium so gut wie nichts zu tun hatte. Aber glücklicherweise ist man als E-Techniker ja zu allem zu gebrauchen (jedenfalls ist das so allgemein und so breit gefächert daß niemand ungläubig fragt wenn man nicht gerade Flugzeugtriebwerke konstruieren will).
Ich würde sogar soweit gehen und die These aufstellen, daß Spezialisierungen eher schaden, zumindest am Anfang. Wir hatten einen Studiengang "Umwelttechnik", im Wesentlichen eine Mischung aus Energietechnik (was ja eine Spezialisierung aus der E-Technik ist) und Maschinenbau. Die Leute haben nichtmal in Firmen, die Windkraftanlagen herstellen, Arbeit gefunden. Diese Firmen wollten lieber richtige Maschinenbauer haben.
Mal noch was anderes zum Ursprungsthema:
Was glaubst du eigentlich, wieviele Leute in Phyton programmieren können? Meinst du, wer schon programmieren kann, wird mit R größere Probleme haben? Und warum sollte dir jemand viel Geld dafür zahlen, nur weil du das kannst?
Ich werde auch nie verstehen, wie man als Absolvent (hast du mit dem Studium eigentlich schon angefangen?) gleich in die Beratung gehen kann. Von einem Berater würde ich u.a. Erfahrung in dem erwarten, worin er mich beraten will. Vielleicht ist das auch der Grund für den miesen Ruf der Branche.
Ich finde zwar auch, daß die Löhne in D allgemein zu niedrig sind (dafür haben wir als Ausgleich in Europa aber einen der höchsten Steuersätze) trotzdem vergisst du eins: Auch ein Arbeitsverhältnis ist ein schlichtes Tauschgeschäft. Du hast was zu verkaufen (im schlechtesten Fall nur deine Zeit, im besseren auch noch Erfahrung und Wissen und andere Dinge) und willst, daß wer anders dafür zahlt. Einfach nur der Hochschulabschluß ist eigentlich nichts wert, zumindest heute nicht mehr. Zu Recht, nach der bedauerlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte.