Programmierer:innen als Interviewpartner:innen für Johanniter Engagements gesucht!

J

jsiemers

Mitglied
Liebe Forumsmitglieder,

ich benötige eure Hilfe!
Um mir zu helfen braucht ihr mir lediglich die Meinung zu sagen!

Im Projekt „Ehrenamt++“ führe ich eine Untersuchung zu den Motivationsfaktoren ehrenamtlichen Engagements von Programmierern und Programmiererinnen durch. Aus diesem Grund suche ich derzeit Interviewpartner:innen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist eine Hilfsorganisation und in unterschiedlichsten Bereichen tätig, vom Katastrophenschutz und dem Rettungsdienst über Integrationsarbeit bis hin zu Sozialdiensten und Jugendarbeit. Bei den Johannitern sind derzeit rund 40.000 Menschen ehrenamtlich engagiert, unterstützt von 25.000 hauptamtlichen Helfern.

Gern möchten wir in unserer Gemeinschaft auch Programmierer:innen begrüßen! Um herauszufinden, wie dieses Engagement, die Ausstattung sowie die Gemeinschaft und Zusammenarbeit idealerweise aussehen, führe ich die Interviews durch.

Die Interviews…
  • …sind freiwillig.
  • …sind unverbindlich.
  • …dauern 30-45 Minuten.

Solltet ihr Interesse an der Teilnahme an einem Interview haben, meldet euch gern telefonisch oder per E-Mail bei mir!
Ich freue mich auf euch.

PS: Ich habe die Forenregeln aufmerksam gelesen, sollte mein Thread nicht erwünscht sein oder sich am falschen Ort befinden, freue ich ich über einen Hinweis.


Viele Grüße

Julian Siemers

Projektkoordination
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Weser-Ems

Mobil +49 1523 9550210
julian.siemers@johanniter.de
 
tbone78

tbone78

Acoonia - Admin
Mitarbeiter
Hi Julian,

du könntest deine Interviewfragen doch einfach hier im Forum stellen, um an Feedback zu kommen - ok, dann kommen ggf. die Antworten nicht so strukturiert - aber ein Versuch ist es wert. Ich finde 30 bis 45 Minuten für eine Umfrage schon ziemlich "heavy" - Programmierer haben - zumindest in meiner Welt - eigentlich nie Zeit ;)
 
W

White_Fox

Top Contributor
Interviewfragen doch einfach hier im Forum stellen
Fände ich auch nicht schlecht, das wäre sicherlich eine interessante Diskussion. Und möglicherweise sogar gehaltvoller als ein Interview. (Gerne aber z.B. mit der Regel, die Fragen zu beantworten bevor man zur Diskussion zugelassen wird oder so. Dann hat hat auch der TS, was er will/braucht.)
 
J

jsiemers

Mitglied
Hallo, vielen Dank für eure Anregungen!
Die Idee finde ich spannend.
Ich werde mir einmal Gedanken zur Auswertung und Verwertbarkeit machen und dazu noch eine Rückmeldung geben.
 
MoxxiManagarm

MoxxiManagarm

Top Contributor
Um mir zu helfen braucht ihr mir lediglich die Meinung zu sagen!

OK :D Interview möchte ich auch nicht, aber ich schreibe dir einfach hier ein paar Sätze.


Ich finde ehrenamtliche Programmierarbeit ist ein schwieriges Thema, was ich selbst weder befürworten, noch verneinen würde. Ich finde es gibt 4 Arten von Programmierern:
- Welche die Vorgeben es zu können und sich irgendwie durch den Tag schleußen, sich auch noch privat damit zu beschäftigen liegt ihnen fern
- Welche die den ganzen Tag entwickeln und im Feierabend keinen Bock mehr haben
- Welche die den ganzen Tag entwickeln und Entwicklung im Feierabend als Hobby weitertreiben
- Welche die den ganzen Tag entwickeln und Entwicklung im Feierabend als Hobby weitertreiben wollen würden, aber keine Zeit aufbringen können (Familie, Sport, Haushalt...)

Du suchst natürlich die dritte Gruppe, es ist gleichzeitig die kleinste. Ich gehöre zur letzten Gruppe. Ich habe ein aktives Hobbyprojekt (https://raidorganizer.org/), aber selbst dafür finde ich kaum Zeit. Für Gruppe 3 sehe ich noch das Problem, dass viele dieser darauf bedacht sind ihre Hobbyprojekte zu zusätzlichen Taschengeld zu machen oder gar, sofern das Projekt gut läuft, sich damit später selbstständig zu machen.

Darüber hinaus solltest du das Wesen eines echten Entwicklers verstehen. Wir sind technologisch neugierig, wollen stets unseren Horizont erweitern und interessante Projekte machen. Kurz, wir wollen Spaß daran haben. Wenn du versuchst jemanden für diese Aufgabe zu finden, dann locke uns mit entsprechenden Argumenten. Einfach mit "wir suchen ehrenamtliche Programmierer" wirst du wenig Erfolg haben. Wenn du Projekte hast, dann erstell doch vielleicht einfach ein Projektsteckbrief oder sowas.
 
W

White_Fox

Top Contributor
Ich würde vielleicht noch einen Aspekt, der mich auch betrifft, in den Ring werfen:

Viele -- wenn nicht sogar die meisten -- quelloffene Programme wurden ursprünglich mal entwickelt, weil die Entwickler ein bestimmtes Problem lösen wollten. Wahrscheinlich meistens für sich selbst. Entweder weil es überhaupt noch keine Lösung gab oder die existierenden Lösungen nicht gepasst/gefallen haben.
Die Motivation ist also ganz banal zweckgebunden und nicht ohne Eigennutz. (Das dürfte, wenn ihr Helfer sucht, wohl ein Knackpunkt sein.)

Daß die Entwickler ihr Werk dann öffentlich zugänglich machen kann wiederum viele verschiedene Gründe haben:
  • Einfach, weil man es kann
  • Demonstration der eigenen Fähigkeiten (z.B. für Bewerbungen, Ruhm und Ehre in den eigenen Kreisen)
  • Um die Welt in einem winzigen Bereich ein kleines Stückchen besser zu machen (Wichtig: Trennung zwischen "Warum fange ich an ein Programm zu schreiben" und "Warum veröffentliche ich meine Arbeit"
  • Um es besser zu machen, indem man weltweit beliebig viele zusätzliche Meinungen/Ideen einholen kann

Mein jCLS-Projekt habe ich z.B. aus o.g. Grund begonnen: Mir ging es gewaltig auf die Nerven daß es so viel Arbeit bedeutet, anständige Bauteilbibliotheken für Elektronik-CAD-Programme aufzubauen und zu pflegen. Es haben sich -- für mich eigentlich unfassbar -- zwei Vorgehensweisen etabliert:

a) Man arbeitet einfach mit irgendwelchem Wildwuchs den man irgendwo findet, machmal veröffentlichen Entwickler ihre Bauteilbibliotheken, einige Hersteller stellen so etwas auch für ihre Produkte bereit.

b) Man verzichtet auf vernünftige Bibliotheken und wurschtelt sich irgendwie durch. Kann dafür aber viele Funktionen seines Elektronik-CADs nicht benutzen und macht sich das Leben allgemein maximal schwer.

Es gibt sogar Firmen, deren Geschäftsmodell im Angebot von gepflegten Bauteilbibliotheken besteht (z.B. UltraLibrarian, SamacSys). Aber wer will das schon bezahlen (außer Händler, die damit eine stärkere Kundenbindung erreichen wollen). Und außerdem hat man ja immer Extrawünsche und aus Erfahrung eines Kollegen weiß ich auch, daß diese Bibliotheken manchmal fatale Fehler enthalten.

Diese Mißstand will ich -- in erster Linie für mich -- abstellen -> blanker Egoismus. Außerdem wollte ich einfach lernen, Java zu programmieren.

Warum ich es trotzdem quelloffen bei sourceforge reinstelle und ohne Geld dafür zu verlangen:
  • Ich gehe davon aus daß sich das finanziell nicht lohnen würde. Dazu dann die Arbeit die man -- zumindest im innovationsgetriebenem und unbürokratischem Deutschland -- noch nebenher hat, macht es nicht besser.
  • Wenn ich dafür mal in eine Firma komme die -- dank meines Programms -- nicht mit a) oder b) arbeitet und trotzdem gut verwendbare Bibliotheken hat, dann freut mich das schon.
  • Das Projekt macht einfach irre viel Arbeit auch wenn ich finde, daß es wirklich klein ist. Und der Nutzen ist einfach größer, wenn mehr Leute etwas davon haben als wenn ich es für mich allein behalte. Wenn ich es sowieso schon nicht verkaufen will.
  • Ich arbeite mit recht vielen Programmen, die andere kostenlos ins Netz gestellt haben und daran arbeiten. Es ist durchaus in Ordnung, dafür etwas zurückzugeben.
  • Und nicht zuletzt: Weil ich es kann.

Letztendlich entsteht so zwar etwas, das am Ende gemeinnützig ist und was zumindest im Ergebnis durchaus in Richtung Ehrenamt geht. Mit klassischen ehrenamtlichen Tätigkeiten hat das trotzdem absolut nichts zu tun.
 

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