Erste Schritte Grundsatzfragen Unterschied Java / PHP

shredding

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Hallo zusammen,

ich habe mich entschlossen, ein Webseitenprojekt serverseitig mit Java umzusetzen. Ich habe einige Erfahrung mit serverseitiger (OOP)-Programmierung in PHP und beherrsche mit Actionscript 3 eine javaähnliche Sprache recht gut.

Ich habe lokal Tomcat eingerichtet und meine ersten kleineren Anwendungen zum laufen gebracht. Dabei haben sich mir einige grundsätzliche Fragen gestellt:

In der Skriptsprache PHP ist es so, dass bei jedem Aufruf alles gemacht wird: Das Framework wird gebootet, Klassenbibliotheken werden eingebunden, Konfigurationsdateien eingelesen und verfügbar gemacht, grundsätzliche Dinge werden aus der DB eingelesen etc.

Jetzt ist es bei Java doch anders: Das Programm läuft immer, sobald es einmal gestartet wurde. Richtig?

Ich hab als kleinen Test mal ein Singleton gebaut und darin eine Variable über Parameter gesetzt - das war auch beim Reload der Seite (und auch in einem anderen Browser) noch da.

Verstehe ich das richtig: Das "Programm" das ich schreibe läuft halt "immer" und nur die Servlets stellen einen Thread (also das was in PHP Prozesse waren) dar, die beendet werden, sobald der Prozess durch ist?

Wenn dem so ist, wann startet das Programm? Wenn ich es das erste mal aufrufe? Oder kann ich eine Initalisierungsklasse schreiben, die bestimmte Werte definiert, so dass sie verfügbar sind?

Wie lange sind die Variablen verfügbar? Also anders gefragt: Wenn ich in einer idealen Welt Leben würde, in der es unendlich viel Speicher gibt & der Server 100% verfügbar wäre, bräuchte ich dann gar keine Datenbank, sondern Speichere alles in Klassen?

Und zu guter Letzt: Wenn ich etwa eine reine API bereitstellen will, brauch ich dann zwingend eine indes.jsp oder kann ich auch nur mit Servlets arbeiten?

Vielen Dank!
 
Jetzt ist es bei Java doch anders: Das Programm läuft immer, sobald es einmal gestartet wurde. Richtig?
es laeuft solange der Kontext (zb Tomcat) aktiv ist. Ansonsten laeuft das, was beim Laden der Klassen geschieht (je nach dem wieviel Logik du bei Klasseninitialisierungen drin hast), es wird aber nicht sofort der Gesamtecode abgearbeitet und alle Instanzen erstellt etc.

Ich hab als kleinen Test mal ein Singleton gebaut und darin eine Variable über Parameter gesetzt - das war auch beim Reload der Seite (und auch in einem anderen Browser) noch da.
Welcher Client wann und wieoft anfraegt ist bei einer serveranwendung egal. Solange diese aktiv ist, ist bei statischen Werten der Wert immer der gleiche und immer verfuegbar.
Bei nicht statischen Instanzen/Werten ist es dann Sessionbasierend.

Wenn dem so ist, wann startet das Programm? Wenn ich es das erste mal aufrufe? Oder kann ich eine Initalisierungsklasse schreiben, die bestimmte Werte definiert, so dass sie verfügbar sind?
Das Programm startet sobald der Servercontainer startet, je nach dem was du in deinen Konfigurationen definierst werden Klassen initialisiert.
Die zweite Frage ist etwas unklar.... welche Werte wie und wann verfuegbar?

Wie lange sind die Variablen verfügbar? Also anders gefragt: Wenn ich in einer idealen Welt Leben würde, in der es unendlich viel Speicher gibt & der Server 100% verfügbar wäre, bräuchte ich dann gar keine Datenbank, sondern Speichere alles in Klassen
bei statischen Sachen solange bis der Kontext weg ist, dann ists aber egal ob Herr X oder Frau Y es nutzen, du hast immer gleiche werte. Bei nicht-statischen bist in Sessions und da halten die Werte eben solange es die Session gibt.
Wegen Datenbank etc - bring nicht Klassen und Daten durcheinander. Eine Persistierung ist relevant um Daten konstant (sicher und gueltig) speichern zu koennen.

Und zu guter Letzt: Wenn ich etwa eine reine API bereitstellen will, brauch ich dann zwingend eine indes.jsp oder kann ich auch nur mit Servlets arbeiten?
Servlets sind KEINE API. Deine Api sollte frei davon sein, in welchem Kontext sie benutzt wird. Die Servlets sind dann eine Adaption deiner API fuer einen Webclient.
 
Vielen Dank, jetzt wird mir einiges klarer.

Bei nicht statischen Instanzen/Werten ist es dann Sessionbasierend.
Aber die Session anlegen und verwalten muss ich doch selbst, oder? Ich sehe lediglich, das im WEB-INF Order, in der web.xml, dass dort - von Netbeans automatisch - eine session-config angelegt wurde. Aber Session Daten werden - zumindest laut Firebug - nicht angelegt.

Das Programm startet sobald der Servercontainer startet, je nach dem was du in deinen Konfigurationen definierst werden Klassen initialisiert.
Das verstehe ich eben nicht. Solange ich nicht mindestens 1x eine Anfrage gemacht habe, wird doch auch nichts initalisiert. Oder kann ich irgendwo eine Klasse angeben, die immer gestartet wird, wenn auch der Servercontainer gestartet wird?

Die zweite Frage ist etwas unklar.... welche Werte wie und wann verfuegbar? [...] bei statischen Sachen solange bis der Kontext weg ist, dann ists aber egal ob Herr X oder Frau Y es nutzen, du hast immer gleiche werte. Bei nicht-statischen bist in Sessions und da halten die Werte eben solange es die Session gibt.
Ich meinte das im Vergleich mit PHP. Wenn ich dort eine statische Variable anlege, existiert diese ja nur für den jeweiligen Prozess - wenn die nächste Anfrage kommt geht alles wieder von vorne los. Während Java die jeweiligen Sachen wohl im Speicher hält.

Servlets sind KEINE API. Deine Api sollte frei davon sein, in welchem Kontext sie benutzt wird. Die Servlets sind dann eine Adaption deiner API fuer einen Webclient.
Ja, ich meine wenn ich was bereitstelle, wo andere dann nur Daten abrufen; wenn ich also gar keine eigenen Webseiten generieren würde.
 
Hier mal ein Beispiel, das ich meine:

Java:
public class TestServlet1 extends HttpServlet {
    
    private int count = 1;            
            
     @Override
    protected void doGet(HttpServletRequest request, HttpServletResponse response)
            throws ServletException, IOException {
        
        count++;
                
        if (request.getParameterMap().containsKey("val")) {
            String val = request.getParameter("val");
            TestStatic.test = val;
        }
        
        
        response.setContentType("text/html;charset=UTF-8");
        PrintWriter out = response.getWriter();
        try {

            out.println("<p>Statische Variable: "+TestStatic.test+"</p>");
            out.println("<p> Instanzvariable: "+count+"</p>");


        } finally {            
            out.close();
        }
    }
}

Ich habe jetzt mal das Servlet einmal in Firefox und einmal in Chrome geöffnet. Wie erwartet bleibt die statische Klasse im Speicher.

Aber: der count, eine Instanzvariable, zählt in beiden Browsern hoch. Ich hatte erwartet, dass diese Instanzvariable nur für den Zeitraum der Abfrage existiert. Ich hatte gedacht das die Klasse nur solange existiert, wie der Request kommt & dass sie dann vom Garbage Collector eingesammelt wird.

Noch mehr verwundert es mich, dass es in beiden Browsern den gleichen Count gibt (wenn ich 5x refreshe im Firefox, springt er im Chrome auch 5 +1 Schritte hoch beim nächsten Refresh.

Ich hatte gedacht, dass für jeden Request eine eigene Klasseninstanz angelegt wird - vor allem wenn die Anfrage von verschiedenen Clients kommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man mal in die Servlet API Specification guckt ( The Java Community Process(SM) Program - JSRs: Java Specification Requests - detail JSR# 315 ), dann steht dort
...
2.2 Number of Instances
...
For a servlet not hosted in a distributed environment (the default), the servlet
container must use only one instance per servlet declaration. However, for a servlet
implementing the SingleThreadModel interface, the servlet container may
instantiate multiple instances to handle a heavy request load and serialize requests
to a particular instance.
...

Es gibt also nur genau eine Instanz eines Servlets im Server und dementsprechend ist deine Instanzvariable für jeden Nutzer (Browser) deines Servlets auf dem selben Wert.
 
Du solltest Dich vielleicht mit dem Konzept der Scopes vertraut machen.. also quasi Sichtbarkeitsbereiche bzw. Gültigkeitsbereiche von Variablen. Relevant sind da vor allem Application Scopre (quasi globale Variablen, die die gesamte Anwendung über bestehen und von allen Clients/Sessions aus Sichtbar sind), und Session Scope (an die jeweilige HTTP-Session gebunden). Jeder Aufruf der Anwendung führt dazu, dass ein Session-Objekt erzeugt wird (automatisch, darum musst Du Dich nicht kümmern), sofern zu der jsessionid des clients keins gefunden wird. Typische anwendung von Session-Variablen ist die Warenkorb-Funktionalität.

Sofern man beleibig speicher hätte, bräuchte man in der tat keine Datenbank, ausser für Sachen, die zwischen ab- und anmelden eines Users bestehen bleiben sollen (wie z.B. Username/Passwort). Könnte man allerdings auch im Application Scope speichern. Eine einfache Webanwenudng kann man in der tat ohne Persistenz realisieren.
 
Vielen Dank für eure Hilfe. Jetzt ist mir einiges klarer.

Ich lese mich mal ein & werde sicher noch das ein oder andere Mal im Basics Forum aufschlagen ^^
 

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