SAP-Consultant nach dem Studium lohnenswert ?

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Hallo,

kurz zu mir: Ich habe mein Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik (Bachelor) abgeschlossen. In meinem Studium habe ich meinen Schwerpunkt schon im Bereich der Softwareentwicklung gelegt. Mein Vorhaben war eigentlich, im Bereich der Sw einzusteigen. Ich habe die Möglichkeit als SAP-Consultant anzufangen. Es handelt sich hierbei um ein mittelständisches Unternehmen aus Frankfurt. Ich war erst skeptisch, da ich eigentlich nicht so der „Berater-Typ“ bin, doch nach einem Gespräch mit dem Unternehmen war ich erstmal positiv überrascht. In dem Unternehmen ist es so, dass man nicht nur Berater ist, sondern auch Entwickler. Meine Angst ist jetzt die, dass ich nach paar Monaten oder Jahren merke, dass die Berater Tätigkeit überhaupt nicht meins ist und ich dann doch eher in die reine Sw gehen möchte Doch ich stelle mir das nicht so einfach vor, dass man im Bereich der Sw eine Anstellung findet, wenn man zuvor nur als Consultant tätig war (auch wenn dort selber etwas mit Sw zu tun hatte)


Mit kommt es immer ein bisschen so vor, dass die Consultants die sind, die sehr gut reden können (Kunden überzeugen, gut verhandeln etc.) und die die Spaß an der Programmierung haben etc. sind dann halt eher die die in die Sw gehen (sollten!?)…


Gibt es vielleicht SAP-Consultants hier oder die, die das mal gemacht haben? Würdet ihr das einen Absolventen empfehlen? Wen würdet ihr das empfehlen? Geld sollte erstmal keine Rolle spielen. Ich weiß, dass man als SAP-Consultant gutes Geld verdient, aber das hat für mich keine primäre Bedeutung!


Schönes Wochenende
 
Ich finde das interessanteste am SW entwickeln ja nicht das eigentlich Code schreiben sondern das erstellen der Prozesse und das festlegen der Usebility. Und das macht dann doch mehr das Consulting als der Entwickler selber. Wichtig ist, dass man als Consult eben auch weiß wie etwas umzusetzen ist und dazu solltest du halt auch selber programmieren können. Als consult solltest du einfach Spaß daran haben ein Konzept für eine Software zu entwickeln die auf den User zugeschnitten ist. Das können meiner Meinung nach aber leider viel zu wenige

Gruß

Claus
 
Ne, eigentlich denke ich, als Consult muss man nicht programmieren können... Und ja (nochmals) lohnenswert ist es auf jeden Fall, also du hast dann ein höheres Einkommen.
 
Und ja (nochmals) lohnenswert ist es auf jeden Fall, also du hast dann ein höheres Einkommen.
Geld ist nicht alles. An seiner Stelle würde ich mir überlegen, ob mir der Job gefallen könnte. Es gibt ja nichts schlimmeres als Leute, die in jedem Handgriff ihre Abneigung gegen ihre Arbeit zum Ausdruck bringen.
 
Mit kommt es immer ein bisschen so vor, dass die Consultants die sind, die sehr gut reden können (Kunden überzeugen, gut verhandeln etc.) und die die Spaß an der Programmierung haben etc. sind dann halt eher die die in die Sw gehen (sollten!?)…
Ich denke, das trifft eher auf strategische Berater zu, die Manager bequatschen.;) Als SAP-Berater direkt nach dem Studium wirst du eher im Projektteam nach konkreten Lösungen für konkrete Probleme suchen. Wenn du dort auch Entwickler bist, bist du ja sogar bei der Implementierung dabei.
Von den SAP-Beratern, die ich kannte, konnte ungefähr die Hälfte auch programmieren und die andere Hälfte nicht. Es gab aber in beiden Gruppen Leute, die ihren Job sehr gut gemacht haben und andere, die nichts Brauchbares geschafft haben. Allerdings ist das nötige Entwickler-KnowHow, was die reine Informatik angeht, nicht sehr hoch. Die Standardsoftware ist ja durch SAP vorgegeben und man beschäftigt sich nur mit Anpasssungen und Ergänzungen. Da ist dann ein gutes Verständnis der Geschäftsprozesse gefragt. Die Erfahrungen, die man dabei sammelt, sind aber sehr wertvoll und werden entsprechend bezahlt.
Unter'm Strich würde ich sagen, dass solche Jobs sehr interessant sind, viel Gestaltungsspielraum, gute Karrieremöglichkeiten und viel Einfluß auf die Unternehmensorganisation bieten. Was "richtige" Softwareentwicklung außerhalb der SAP-Welt angeht, entwickelt man sich aber nicht weiter. Dafür fehlt dann möglicherweise Informatik-KnowHow.

Es handelt sich hierbei um ein mittelständisches Unternehmen aus Frankfurt.
Interessant wäre noch, ob das Unternehmen SAP-Anwender ist oder ein Systemhaus, das SAP-Dienstleistungen anbietet. Ein Systemhaus hätte den Vorteil, dass man unterschiedliche Anwender-Unternehmen kennen lernt und dadurch vielfältigere Erfahrungen sammelt. Außerdem kann man vielleicht auch mal zu einem Kunden wechseln, wenn man sesshaft werden will.;) Man hat mehr Kontakte.
Ein SAP-Anwenderunternehmen hätte den Vorteil, dass man dort auch dauerhaft mit den Ergebnissen seiner Arbeit konfrontiert ist und deshalb tendenziell nachhaltigere Lösungen produziert. Beim Dienstleister wird auch gerne mal etwas hartkodiert, damit man schneller eine Rechnung schreiben kann (und eine zweite, wenn's geändert werden muss). Die Bezahlung kann sich dort auch an dieser Art von "Erfolg" orientieren.
 
Naja dann lehne den Job halt ab wenn du programmieren möchtest. Es ist ja nicht so dass der Consult garnichts können muss.

Aber eher allgemein stelle ich mir gerade die Frage, warum es ein Wirtschaftsinformatik-Studium gibt. :rolleyes: Ist das um Leute durchzuschleifen?
 
Also die Frage ist doch, was Du generell machen willst.

Ein Professor hat uns damals in der Uni gesagt, dass wir 5 Jahre nach dem Abschluss eh das eigentliche Doing nicht mehr machen würden, weil wir dann halt andere Aufgaben hätten wie Teamführung, Management, ....
Das kann so sein, muss aber nicht. Ich habe mich z.B. immer stark mit Händen und Füßen gewehrt und das wäre auch nie ein Job für mich (Liegt aber einfach daran, dass ich in einem großen Konzern arbeite und ich nicht der Puffer zwischen Management und Technikern sein wollte und das war leider regelmäßig so. Wer große Konzerne kennt, kennt die üblichen Restrukturierungen mind. alle 2 Jahre und so ....). Daher habe ich mich voll auch die Technik konzentriert und habe da halt diverse Dinge gemeistert.
Da verdient man auch nicht schlecht, aber halt weniger als wenn man "Personalführung" bekommt. (Diesbezüglich kann man mal schauen, was für Eingruppierungen es z.B. bei den Gewerkschaften gibt...)
Aber so konnte ich in einem großen Konzern arbeiten, der in der Regel mehr bezahlt als kleinere Firmen (Das ist zumindest das, was ich so in der Vergangenheit gesehen habe...)
Und ich durfte mich auf technischer Ebene meine Themen meistern (Das brauchen die Firmen halt auch. Die Aussage vom Prof war also so nicht wirklich korrekt in meinen Augen.)

Thema "Consultant" - das ist ja noch kein Arbeitsgebiet. Es gibt auch sehr viele Consultants, die als reine Entwickler von Projekt zu Projekt ziehen. Somit besagt Consultant noch nicht wirklich aus, was die eigentliche Tätigkeit dann am Ende sein wird.

Dann stelle ich mir Dir Frage: Was kennst Du von den eigentlichen Berufen denn? Hast Du da schon irgendwie reinschnuppern können? Hast Du Praktika gemacht oder so? Daher ist es sehr schwer, die irgendwas zu raten! Wenn der Beruf interessant klingt, dann probier es aus. Mach es mal 2 Jahre. Dann kannst Du immer noch wechseln.

Und wenn es kein kleines Unternehmen ist, dann kannst Du Dich auch innerhalb des Unternehmens verändern. Das ist z.B. etwas das bei uns im Konzern ganz groß geschrieben wird und wo das Management etwas sauer ist, dass es halt einige gibt, die sich nicht bewegen (wollen/können).

Ich bin als Consultant gestartet - als Softwareentwickler. Gerade wenn man jung und ungebunden ist, dann kann ich das nur empfehlen, denn man sieht so einiges. Du bekommst viele Firmen mit und lernst sehr viele Leute kennen. Aber man muss auch gut sein und Stress aushalten können, denn man kommt immer in eine neue Umgebung, muss sich neu einarbeiten und sich neu bewähren.

Das einfach einmal ein paar Gedanken von meiner Seite...
 
Was "richtige" Softwareentwicklung außerhalb der SAP-Welt angeht, entwickelt man sich aber nicht weiter.
Genau das ist nämlich eines der Punkte, die mich zweifeln lassen. Ich sehe mich halt schon eher im technischen Bereich und wenn ich nach 2 - 3 Jahren in reine Sw wechseln möchte, könnte es evtl. schwierig werden.
Interessant wäre noch, ob das Unternehmen SAP-Anwender ist oder ein Systemhaus, das SAP-Dienstleistungen anbietet
Es handelt sich hierbei um einen SAP-Dienstleister
[/quote]
liegt aber einfach daran, dass ich in einem großen Konzern arbeite
Bei Konzernen ist das glaube ich nochmal eine andere Sache. Wie ich immer höre, ist dort die Aufgabenverteilung strenger getrennt. Ein Berater ist dann wirklich ein Berater und ein Entwickler ist dann ein Entwickler. In KMUs ist das dann immer so ein Mischmas.
Daher habe ich mich voll auch die Technik konzentriert
Innerhalb des Konzerns meinst du ? Oder musstest du hierfür den AG wechseln ?
Dann stelle ich mir Dir Frage: Was kennst Du von den eigentlichen Berufen denn? Hast Du da schon irgendwie reinschnuppern können?
Ich weiß das was man so liest und hört ;-) Ein Praktikum wäre evtl. ganz gut gewesen, aber das richtige Beraterleben lernt man dann denke ich schon nur im Bereich der Festanstellung kennen.

Aber ich denke ich werde es einfach versuchen. Zur Not gibt es ja auch noch die Probezeit! Ich will es nicht nach ein paar Jahren bereuen, dass ich es nicht versucht habe :D

Eins noch zum Thema Reisen! Also es ist ja normalerweise so, dass man eine Reisebereitschaft von 80 % haben sollte. Ich verstehe schon auf der einen Seite wieso man beim Kunden vor Ort sein soll, aber gerade man als Berater eher technisch unterwegs ist stellt sich mir die Frage, wieso ich so oft beim Kunden sein soll ? Kann ich nicht vielen davon auch von zuhause machen ? Zu beginn eines Projekts kann ich es verstehen, da es ja dann eher um Anforderungsanalyse, Prozessanalyse etc. geht.... Aber später ? Wenn es um die Planung der Sw etc. geht ? Kann ich doch von zuhause ? :D
 
Also ich bin innerhalb des Konzerns geblieben. Ich war einmal kurz davor zu wechseln, aber habe es dann doch gelassen. (Sonst wäre ich jetzt in der Schweiz) ... Bei uns gibt es regelmäßige Gespräche zur individuellen Entwicklung und da wird angesprochen, was gelaufen ist (was war gut und was weniger gut, was hat man erreicht) und auch, wohin man sich entwickeln will.... wobei ich aber natürlich Konzerninterne gewechselt bin...

Was Wechsel angeht: da würde ich mir derzeit keine Sorgen machen. Der Markt im Bereich Software Entwickler ist recht leer. Für ein langfristiges Kundenprojekt haben wir jetzt auch massiv Neulinge eingestellt, die erst ausgebildet wurden und noch werden.... Daher sehe ich da derzeit nicht wirklich ein Problem....

Was die Anforderungen bei Projekten angeht: Bei der Softwareentwicklung fand ich es immer extrem hilfreich, wenn das Team zusammen sitzt. Da kann man einfach viel einfacher schnell etwas abklären. Bei einem Kaffee irgend einen Punkt ansprechen und so... Daher habe ich volles Verständnisfür Kunden, die auch 100% vor Ort Einsatz fordern.

In meinem aktuellen Team (da bin ich jetzt recht neu rein gewechselt) findet die Entwicklung für den Kunden bei uns in-house statt und wir haben eine Betriebsvereinbarung bezüglich Homeoffice ... aber aus oben genannten Punkt richte ich mich da nach den Kollegen: wenn die im Büro sind, bin ich auch im Büro... der Vorteil ist also wirklich da!
(Und egal was irgendwer sagt: Moderne Kommunikationsmittel helfen da nicht so sehr. Rufe ich an, unterbreche ich den Kollegen bei seiner Tätigkeit, schreibe ich ihn nur im Messenger an, geht es leicht unter....
Sitze ich aber neben ihm, bekomme ich mit, wann es kurz passt und kann da dann den Zeitpunkt geschickt wählen.... und es gibt Plauderminuten vor Kaffeeautomat, auf dem Weg zur Kantine, ....

Wenn du in dem Unternehmen einsteigst, dann wirst du hoffentlich einen Überblick bekommen, evtl. darfst du mal durch die Abteilungen wechseln... und technischer Bereich kann sehr viel sein! Technische Experten braucht man bei allen komplexen Themen. Da haben wir dann top Experten gehabt, die dann halt einen komplexen Bereich technisch gemeistert haben. (Bei uns geht es nicht in erster Linie um Software Entwicklung sondern um IT Dienstleistungen, d.h. da haben wir dann z.B. Experten für Citrix oder Virtualisierung ... die kennen da dann aber die Produkte bis hin zum kleinsten Detail. Die haben dann weniger doing gemacht sondern waren zum einen Problemlöser wenn es mal irgendwo geknallt hat und zum Anderen waren die Kollegen wichtig, wenn es um neue Services und Prüfung von Angeboten ging....

Das aber nur, damit du siehst, dass es ganz viel Möglichkeiten geben kann. Die muss man nur einmal sehen. Bei der Software Entwicklung gäbe es dann evtl. sowas wie Architekten, die mehr oben drüber stehen und auf die Architektur der Lösungen achten und da Vorgaben machen und so .... wobei das aber ein Bereich ist, bei dem erfahrungsgemäß eher die Finger an der Tastatur bleiben und man aktiv entwickelt .... (so es keine großen Teams sind, ist das etwas, das ich als normal ansehen würde)
 
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