Programmieranfänger braucht Rat zu mehr Praxisnähe

celta_vigo

Mitglied
Hallo liebe Community,

ich mache meine ersten Schritte im Erlernen der Programmiersprache Java, und brauche Rat und Hilfe.
Denke, es macht Sinn, mein Problem mal öffentlich zu formulieren, da auch einige hier als Programmieranfänger vor gleichen oder ähnlichen Problemen stehen.
Ich lerne das Programmieren in Java über ein Fernstudium bei der ILS. Meine anfänglichen Noten ließen sich sehen, aber meine Fortschritte werden irgendwie immer dürftiger (aktueller Stand: Einführung in die objektorientierte Programmierung).
Das Java Forum hat mir bisher super geholfen, und ich werde weiter gebrauch vom Forum machen.
Bei der ILS gibt es einen Fernlehrer, an den ich Fachfragen über das ILS Portal schriftlich stellen kann. Die Antworten kommen natürlich auf schriftlichem Weg zeitlich verzögert, und dabei habe ich einfach zu viele Fragen. Obendrein ist es extrem theoretisch und ich wünsche mir mehr praktischen Bezug zu den Lerninhalten. In meinem Umfeld gibt es leider niemanden der/die Programmiererfahrung hat.
Die ganze Sache hat mich kreativ gemacht, mich praxisnäher mit der Materie zu befassen und eine andere Sicht auf die Lerninhalte zu bekommen: Anmeldung bei udemy und parallel einen Java Kurs bei Christian Ullenboom belegt ( kann ich nur empfehlen! ), Tutorials auf YouTube angeschaut, und einfach mal den Code eines Computerspiels abgetippt (Snake), auch wenn ich vieles vom Code nicht verstanden haben, aber es war toll, bereits gelerntes wieder zu erkennen und in gewisser Weise zu erahnen wie es funktioniert. Und ich bin von eclipse umgestiegen auf IntelliJ.

Jetzt komme ich einfach mal zu meiner Überlegung, was die optimale Begleitung zu meinem Fernstudium wäre:

So etwas wie ein "Duales Studium", mit einem Mentor an meiner Seite, der beruflich aktiv ist und Zeit für mich hat. Auf diesem Wege können viele meiner Fragen geklärt werden, und was doch sehr wichtig ist, erste Einblicke ins Berufsleben eines Programmierers zu bekommen. Vielleicht liest diesen Beitrag jemand aus dem Bereich Bielefeld und Umgebung, und bietet mir die Möglichkeit, dass ich mich in seinem Betrieb zwei/drei mal wöchentlich blicken lassen kann, um Fragen zu klären. Natürlich auch gerne über Online Chat, aber ich bin sehr gerne physisch anwesend.

Mag sein, dass meine Überlegungen sehr naiv und unorthodox sind. Aus meiner Verzweiflung heraus, ist dieser erste Schritt aber ein Versuch wert.

Ich freue mich auf Antwort, Tips und Verbesserungen zu meinem Vorhaben!

Grüße von Johannes
 
Mag sein, dass meine Überlegungen sehr naiv und unorthodox sind.
Also die Idee ist super und aus meiner Sicht ist das auch mit das Beste, was Du haben könntest.

Aber das Problem dürfte einfach sein, dass sowas viel Zeit kostet. Ich spreche da etwas aus Erfahrung, da ich regelmäßig hier im Betrieb Duale Studenten betreue und ich da regelmäßig Stunden für Schulungen und Erläuterungen aufbringe. Ich bezweifle, dass sich das ein Betrieb "ans Bein binden wird" - es sei denn es gibt eine Absprache bezüglich Übernahme oder so, so dass es auch ein Ziel gibt, dann später einen guten Mitarbeiter zu haben.

Da ich aber nicht im Bereich Bielefeld bin kann ich nur meine Sicht beitragen und Dir die Daumen drücken, dass Du sowas findest.
 
Meine Empfehlung wäre, dass du dir selbst eine Firma ausdenkst. Ich selbst würde für eine Tischlerei/Schreinerei plädieren.

An so einem (fiktiven) Betrieb kannst du alles ausprobiren, was man zum Programmieren braucht. Ich meine damit aber die Hintergrundgeschichte, die hinter der Codeerstellung steckt.

Wie viele hier, liebe ich den ADIT-Kreis, der aus den Teilen Analyse, Design, Implementation und Test besteht.

In dem fiktiven Betrieb kannst du dir dann erstmal einzelne Aufgaben raussuchen, wie Adressbuch oder so.

Es ist aber auch genauso wichtig, den geamten Prozess von der Kostenanfrage bis zur Archivierung des Auftrages im Auge zu behalten und sich klar zu machen. Dazu gehört dann auch: "Wrr macht was?".

Man hat dann eben neben Waren, Lieferanten, Kunden auch Dinge wie Halb-, Fertigfabrikate und diverse Lagerplätze. Und man hat Angestellte mit Arbeits- und Urlaubszeiten usw.
eb
Und man kann auch noch weiter gehen, weil man Grafiken der Produkte erstellen kann, und letztendlich auch eine Web-Kundenpräsentation.

Wichtig ist natürlich, das zu skalieren. Man fängt klein an, und nimmt dann immer größere Formen an.
 
Einführung in die objektorientierte Programmierung
Egal welches (fiktive) Unterfangen man mit Java implementieren will: der Compiler achtet nur auf die formelle Korrektheit des Codes (nicht dessen Komplexität oder (Un)Sinn in der realen Welt). Klassen modellieren eine Beziehung zw. Objekten und die sie betreffenden Methoden ( Twitter Thread, Java & OOP ).
Aus menschlicher Sicht werden "Teile und herrsche"-Vorgehensweisen verwendet (die längerfristig das einfach(er)e (und häufig(er)e) Ändern/Erweitern/Nutzen/... des Codes erleichtern (soll(t)en)), weswegen man hier Schlagworte wie SOLID-Prinzipien, K.I.S.S., Algorithmen, "mit Leuten reden", SW-Architektur, TDD, Datenstrukturen,... antrifft
 
Vielen Dank schon mal für eure Antworten bisher!
Sicherlich wird es schwierig sein, einen Betrieb zu finden, in dem Mitarbeiter neben ihrer Arbeit noch Zeit für mich haben. Ich habe da einfach mal meine Hoffnung, dass es klappt und werde mich nach wie vor umhören. Ich werde mich mal erkundigen, ob es offene Lerngruppen an der Uni Bielefeld oder der Uni Osnabrück gibt. Ich nehme dafür auch gerne Kilometer in kauf. Mal schaue wo die Reise hingeht...
 
Was mir die Nacht noch durch den Kopf gegangen ist:

Praxis im Bereich Software Entwicklung kannst Du ggf. über das Buch "Captain CiaoCiao erobert Java" von Christian Ullenboom (@Ullenboom) bekommen. Das ist dann zwar kein Projekt aber es werden eigentlich alle wichtigen Bereiche behandelt. Angefangen von Grundlagen wie z.B. Arbeiten mit Arrays, Strings, .... bis hin Zu grundlegenden Dingen wie Netzwerkprogrammierung, JDBC, Reflection, ... (Da ich das Buch hier schon öfters empfohlen habe, habe ich mir jetzt auch ein Exemplar gekauft - zwar gebraucht bei Ebay, denn nur zum mal drin blättern und Überblick gewinnen, ob man Schrott empfiehlt sind 40€ etwas viel. Aber das Buch ist wirklich gut gemacht und aus meiner Sicht eine super Sache für Junior Entwickler um die Grundlagen solide zu verfestigen!

Ein anderer Gedanke: Ich habe ja diese Idee mit dem JAdventure. Da geht es ja um die Dinge, die Dich interessieren. Also Herangehensweise an ein Projekt, Erste Schritte nach und nach umsetzen. Clean Code Dinge umsetzen. Aber das ist halt noch total am Anfang und es ist noch nicht klar, ob es nicht eine Schnapsidee ist. Ich bin da halt auch noch in einer Art "Findungsphase". Und ich tue mich etwas schwer mit dem "weniger Text, mehr Video". Da also zu Inhalten Videos machen, die etwas erläutern, ist etwas, das mir schwer fällt (Was mit daran liegt, dass es einfach etwas ist, das ich für mich auch nie als positiv gesehen habe. Neue Inhalte erlese ich mir und probiere es aus. Da kann ich auch direkt kopieren und das Springen ist einfacher. Videos hört man sich an und entweder erzählt jemand Dinge, die einen nicht interessieren oder wenn es interessant ist, dann ist die Tiefe der Informationen nicht stimmig.) Aber gerade dieses unfertige könnte auch eine Chance sein. Du kannst dann direkt sagen: Dieser oder Jener Punkt kommt zu kurz. Oder dieses oder jenes ist unverständlich. Dann gäbe es direkt mehr. (Ich habe ja den Aufbau, dass ich im "Kurs" eher oberflächig Dinge anreisse. Dann ist etwas so und so. Und dann im Anhang plane ich ausführlichere Informationen. Aber wie gesagt: Das hier ernsthaft vorzuschlagen ist problematisch, da halt noch ganz am Anfang.
 

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