Zum Programmierer geeignet?

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Ich grüße euch,

Ich programmiere seit so ziemlich genau 19 Monaten. Die Krux an der Sache ist, dass ich mir immer die Frage stelle: Bin ich überhaupt zum programmieren geeignet? Das hat zur Folge, dass ich teilweise lange Pausen von ein paar Monaten hatte, wo ich dann besonders niedergeschlagen war. Also innerhalb der 19 Monate. Und das öfters. Das Problem ist vermutlich auch dem Hintergrund geschuldet, dass ich keinerlei Referenzwerte zu anderen habe. Bin ich geeignet? Besitze ich die richtigen Denkstrukturen? Habe ich das Zeug um über den Durchschnitt hinauszuwachsen? Über so manches Problem sitze ich stundenlang. Was eine Banalität zu sein scheint, zieht manchmal einen Rattenschwanz nach sich und entpuppt sich als größeres Problem und verschlingt Stunden um Stunden. Da frage ich dann naütrlich auch: Ist das normal?

Kennt eventuell jemand einen Test, der versucht Auszusagen, ob man zum Programmierer geeignet ist? Evtl hat jemand von euch sowas durchgemacht?

Ich steh mir eigentlich nur selbst im Weg.
 
Alleine schon aufgrund der Tatsache, dass du dich dazu motivieren kannst, stundenlang über ein Problem nachzudenken und zu versuchen, es zu lösen, würde ich sagen: Mach dir mal keine Sorgen!

Was eine Banalität zu sein scheint, zieht manchmal einen Rattenschwanz nach sich und entpuppt sich als größeres Problem und verschlingt Stunden um Stunden. Da frage ich dann naütrlich auch: Ist das normal?
Ja, das ist normal! Manchmal sogar nicht nur Stunden sondern Tage, Wochen oder gar Monate. :)
Das hat aber nichts damit zu tun, dass man "nicht zum Programmieren geeignet" ist, sondern dass man lernt und Erfahrung sammelt.
Gepaar mit dem anfangs vielleicht unrealistisch hohen Anspruch an sich selbst, Dinge "schnell" zu schaffen. Dieser Anspruch entsteht aber meiner Meinung nach dadurch, dass man versucht die eigenen Kompetenzen in anderen Bereichen, die einem gut liegen, auf das Programmieren zu übertragen. Und dann ist man erstmal geschockt, wie wenig man eigentlich weiß/kann. Das ist absolut normal. Auch nach 2 oder 3 Jahren. Einen hohen Anspruch zu haben, ist aber wiederum auch gut. Es motiviert einen ja, weiterzumachen. Dass man dadurch aber auch Selbstzweifel bekommt, ist dann die Kehrseite der Medaille. Solange du aber motiviert bist, zu lernen, mach dir da keine Sorgen. Hast du denn schon eine formale Ausbildung/Studium angefangen?

Wenn ein Problem dir über den Kopf wächst oder du vermeintliche Rückschläge "erleidest", solltest du dich davon nicht demotiviert fühlen, sondern eher genau das Gegenteil und du solltest es versuchen, zu genießen, dass man ab einer bestimmten Problemgröße/Komplexität (die mit der Zeit wächst) niemals genau weiß, wie/ob etwas so funktioniert, wie man glaubt/hofft. Am Anfang können das noch vermeintlich "einfache"/banale Dinge sein (aber wie gesagt, das kann man aufgrund der fehlenden Erfahrung sowieso nicht korrekt einschätzen, was nun einfach/banal ist und was nicht). Mit der Zeit steigt dieser Grenzwert des "Unbekannten" einfach nur. Programmieren/Entwickeln ist ein endloser Lernprozess. Das muss man halt nur mögen und willkommen heißen.
 
Err, ja, eine Frage sei gestattet, männlich/weiblich? (Soll natürlich nicht bedeuten, Programmierer hätten nicht auch Selbstzweifel.)
 
Ich bin männlich. Ich weiß der Name ist komisch. Ist mir grad so eingefallen


Danke für deine Antwort. Das hat mich wieder aufgebaut.

Ich bin aktuell in einem gänzlich anderen Beruf tätig. Bin 34 und will irgendwann eine Umschulung machen.
Ich habe auch bereits bei einem staatlich anerkannte Umschulungseinrichtung einen Einstellungstest gemacht und bestanden.
Musste auch einen psychologischen Test beim Arbeitsamt deswegen machen. Dort war das Ergebnis eher durchwachsen, steht dem Vorhaben aber nicht im Wege. Auch wenn mich das fuchst... Sprachliche Logik überdurchschnittlich, Zahlenlogik Durchschnitt, bei diesen Bildern die Zusammenhänge zu erkennen, da warn ein paar mehr Fehler drinnen :) Daher frage ich mich, wie so ein Test überhaupt irgendeine Aussagekraft haben kann. Aufgedröselte Formen aus Papier, sollte man auch erkennen, was es zusammengesetzt ergibt.

Ich erkenne eigentlich sehr schnell wo Probleme liegen beim Programmieren. Nur der handwerkliche Teil steht mir dabei im Wege.
 
Bin ich überhaupt zum programmieren geeignet ?
Grundsätzlich sollte einem klar sein das die Endgeräte, auf denen ein Programm laufen soll, im Grund "nur" auf eine relativ grosse Anzahl von "Strom fliesst, Strom fliesst nicht"-Kommandos reagieren. Was in der analogen Welt der Menschen passiert (Mathematik, SCRUM, UML, Kanban, Spieler verliert Geld bei Sportwetten, Flugzeugabsturz,...), interessiert hierbei weniger. Programmiersprachen wie Assembler, C/C++, Java, Python,... oder Frameworks inkl. IDE's versuchen den Programmierer von Routinetätigkeiten zu entlasten und produktiver werden zu lassen (wobei die jeweiligen Extremfälle "nur-Framework-Zusammenstöpsler" und "ohne-Framework-Hacker" auf ihre Probleme in punkto "Beschäftigbarkeit" stossen dürften). Was das Programmieren an sich angeht: es ist ein lebenslanger Lern- und Rechercheprozess, und die erstbeste Lösung (nach kurzer Zeit implementiert) muss nicht zwingend die beste sein. Und man braucht (oft) auch eine gewissen Portion Hartnäckigkeit und Geduld.
 
Bei mir war es vor knapp einem Jahr ähnlich. Um Java zu lernen habe ich mir Bücher ausgeliehen, gelesen, und nach ein paar Seiten oder Kapiteln wieder beiseite gelegt, weil ..
-> zu trocken und/oder
-> (für mich) langweilige Übungen und/oder
-> Es bei den Übungen halt irgendwie nicht so geklappt hat wie es sollte...
:mad:
Diese Übungen wie "Ergänzen Sie die Klasse xy um die Methode xy...
haben mich irgendwie nicht motiviert

Mir persönlich hat dann sehr geholfen, dass ich mir ein eigenes Projekt ausgedacht hatte und versucht habe dieses Projekt Stück für Stück zu realisieren. Also ich habe quasi sämtliche Information die ich für bestimmte Teilprobleme brauchte, zusammengesucht. Wenn dann mal was auf nicht so geklappt hat, hatte ich (da eigenes Projekt) eine größere Motivation das hinzubekommen. Bei Code Schnipsel im Netz habe ich dann auch immer versucht zu verstehen wie das genau funktioniert und was passieren würde wenn ich an bestimmten Stellen etwas ändere. Muss aber dazu sagen, dass mir mit meinem Vorgehen teilweise noch ziemliche Anfängerfehler (wobei ich eig. auch noch eher ein Anfänger bin) passieren, da ich halt nicht so wirklich "linear" vorgegangen bin :D
 
Musste auch einen psychologischen Test beim Arbeitsamt deswegen machen
Auf den Test kannst du nichts geben, denn seiner Zeit machte ich ebenso ein Test, um dem Amt zu beweisen, dass ich für den Beruf geeignet bin. Dieser ging ca. 3 Stunden, Mathe, Physik und Logik waren das Hauptthema, anschließend ein Gespräch mit einem Psychologen, all das um später festzustellen, dass ich in einem Sammelbecken von Alkoholiker, Drogenabhängigen und Spinner gelandet bin. Am Anfang waren wir ca. 25 Leute, am Ende (nach zwei Jahren) waren nur noch sechzehn übrig, davon nur drei mit einem Notendurchschnitt von mehr als 2. Ich frage mich immer noch, wie einige davon den Test überhaupt gemacht haben und wenn ja, wie diese den schafften, so hell sie waren.

das Programmieren an sich angeht: es ist ein lebenslanger Lern- und Rechercheprozess
Ein Satz, welcher nicht oft genug gesagt werden kann. Letztendlich feilst du an deiner Eigenschaft, dich immer wieder in neue Gebiete einarbeiten zu können, selbstständig ist hier die Devise! In dem Sinn, wische dir den Schweiß von der Stirn und rudere weiter ;)
 
Was eine Banalität zu sein scheint, zieht manchmal einen Rattenschwanz nach sich und entpuppt sich als größeres Problem und verschlingt Stunden um Stunden.
Willkommen in der Welt der Softwareentwicklung.
Über so manches Problem sitze ich stundenlang.
Das sollte Dich nicht beunruhigen. Die Frage ist m. E. eher, ob Du aus den gesammelten Erfahrungen etwas mitnehmen kannst.
Habe ich das Zeug um über den Durchschnitt hinauszuwachsen?
Was ist der Durchschnitt und was ist schlecht am Durchschnitt?
 
Ein nettes Forum hier. Sobald meine Umschulung startet, werde ich mich auch mit Java befassen. ( Aktuell in VS und C# ) unterwegs.
Ich muss wirklich sagen, ihr habt mir Mut gemacht. Weil diese Pausen aufgrund der Selbstzweifel, kosten auch eine Menge Zeit. Und wenn einzige Zeit pausiert hat, muss man auch wieder reinkommen in das Thema.

Was ist denn die aktuell gängigste IDE bei JAVA? Immernoch Eclipse oder Netbeans?
 
Was ist denn die aktuell gängigste IDE bei JAVA? Immernoch Eclipse oder Netbeans?
Eigentlich irrelevant. Aber im professionellen Umfeld teilen sich Eclipse und IntelliJ IDEA so ziemlich den Markt auf (wobei ich glaube, dass IntelliJ IDEA immer mehr an Anteilen gewinnt). Ich habe zumindest in meiner beruflichen Zeit noch kein einziges Projekt gesehen, in dem NetBeans eingesetzt wird. Das sehe ich immer nur bei Schülern/Studenten, die damit (leider) zuerst in Berührung gekommen sind ( das mit dem "leider" ist meine Meinung :) ).
 
gängigste IDE bei JAVA
Eclipse / IntelliJ IDEA könnte passen. Netbeans bringt aber standardmässig mehr an vorinstallierten Plugins mit (soll keine Debatte über den (Un)sinn dieser Aktion auslösen). Wegen der Beliebtheit könnte man in einer Jobbörse fragen, z.B. indeed.com: Stichwort "NetBeans" Seite 1 von 114, "Eclipse" Seite 1 von 2236, "IntelliJ" Seite 1 von 553 (wobei diese IDE's auch mit anderen Programmiersprachen oder als Teil des Kompetenzprofils aufgeführt werden). Daneben sollte man auch ohne diese Werkzeuge codieren können.
 
Ich habe zumindest in meiner beruflichen Zeit noch kein einziges Projekt gesehen, in dem NetBeans eingesetzt wird.
Wir setzen fast ausschließlich NetBeans ein :oops:

VS Code ist für kleinere Dinge ganz ok (im Hintergrund läuft dann ein Teil von Eclispe), wobei hier öfter das Problem besteht, dass das Ding mit dem Classpath nicht zurecht kommt.

Um die Apps kümmern sich bei uns Gott sei Dank in der Regel andere: jedesmal, wenn ich Android Studio, das m. W. auf IntelliJ basiert, starte, steigt mein Blutdruck und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit endet die Arbeit kurz vor einem Tobsuchtsanfall, weil wieder irgendwas nicht funktioniert. Die Bedienung des Editors ist in meinen Augen katastrophal, was vermutlich aber eine Frage der Gewohnheit ist. Wenn ich schon unterschiedliche Shortcuts für Methoden und deren Parameter brauche...

Auch Eclipse finde ich zu umständlich: die verschiedenen Sichten, dann diese Tastenkombinationen (ok, könnte man umkonfigurieren) und das komische Workspace-Konzept habe ich bis heute nicht verstanden.

Entweder bei AS oder Eclipse lässt auch die JavaDoc-Anzeige sehr zu wünschen übrig. Irgendwie bekomme ich nie das, was ich sehen will :(

Das soll keine Bewertung der IDEs sein: ich führe das mal auf meine Unfähigkeit zurück, weil ich mir noch nicht die Zeit genommen habe, mich intensiv mit den Programmen auseinanderzusetzen.
 
Die Bedienung des Editors ist in meinen Augen katastrophal, was vermutlich aber eine Frage der Gewohnheit ist. Wenn ich schon unterschiedliche Shortcuts für Methoden und deren Parameter brauche...
Ja, da hast du wohl Recht. Ist vermutlich einfach alles Gewöhnungssache. :)
Ich habe mich auch nie wirklich viel mit Keyboard-Shortcuts angefreundet, habe aber mal bei einem Kunden einen Entwickler kennengelernt, der so ziemlich alles mit Keyboard Shortcuts in IDEA gemacht hat und bei der krassen Geschwindigkeit, in der er damit in der Lage war, zu entwickeln, bin ich ausgestiegen. Einfach übel, wie schnell man mit Shortcuts werden kann, gerade was Refactorings angeht.
Meine Standardfrage für die Qualität einer IDE ist jetzt: "Does it support Ctrl+W"? Super-cooles Feature in IDEA!
 
@httpdigest wenn ich es richtig sehe, dürfte das in NetBeans Alt+Shift+S sein - habe ich noch nie verwendet, mal sehen, evtl. kann man das brauchen :)

Was ich sehr cool in VS Code finde ist z. B. der Multi Cursor.

Nachtrag: habe gerade gesehen, dass es den seit 8.2 auch in NetBeans gibt *freu*.
 
Habe ich das Zeug um über den Durchschnitt hinauszuwachsen?
Ich würde mich als Durchschnitt bezeichnen... Denkst Du, Du hast schon mehr auf dem Kasten als ich? :rolleyes:

Das sehe ich immer nur bei Schülern/Studenten, die damit (leider) zuerst in Berührung gekommen sind ( das mit dem "leider" ist meine Meinung :) ).
:rolleyes: Ich hatte viele IDEs probiert, bis ich mich bei Netbeans wohlgefühlt habe. :)

Ich bin aber auch mit Eclipse und Intelli IDEA in kontakt. Ich denke man sollte das wählen, was man möchte.

ihr habt mir Mut gemacht.
Darauf kommt es an. ;)
 
CTRL+W müsste Auswahl erweitern sein?
Das habe ich gelesen und dürfte Alt+Shift+S in NetBeans sein. Aber ich wüsste nicht, wozu ich das brauchen könnte.

Entschuldigt bitte, @Tobias-nrw und @mihe7 , dann hatte ich bisher leider ein etwas verzerrtes Bild von NetBeans und seiner Userbasis. :)
LOL. Wofür willst Du Dich denn entschuldigen? Es kann ja jeder eine Meinung haben, so lange es meine ist :) Scherz bei Seite: ich sage nicht, dass NetBeans das Nonplusultra darstellt, das hat auch seine Nachteile und Macken. Und soll doch einfach jeder nehmen, was ihm gefällt. Ein Kollege war beispielsweise von einem Feature des AS-Editors total begeistert, mich hat das beim Schreiben behindert. So ist es halt.
 
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