DSGVO

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Moin moin, ich wärme diesen alten Thread einmal auf, weil ich sozusagen ein "gebranntes Kind" bin, und meine liebsten Plattformen in den letzten Jahren alle nacheinander zu gemacht haben. Die letzten aufgrund der DSGVO.

Gibt es hier auch Überlegungen oder Sorge wegen dieser Datenschutz-Neuerung der letzten Jahre (was das Fortbestehen des Forums angeht), oder sind wir hier "auf Nummer sicher"? :) *hoff*
 
Moin moin, ich wärme diesen alten Thread einmal auf, weil ich sozusagen ein "gebranntes Kind" bin, und meine liebsten Plattformen in den letzten Jahren alle nacheinander zu gemacht haben. Die letzten aufgrund der DSGVO.

Gibt es hier auch Überlegungen oder Sorge wegen dieser Datenschutz-Neuerung der letzten Jahre (was das Fortbestehen des Forums angeht), oder sind wir hier "auf Nummer sicher"? :) *hoff*
Warum sollte man wegen DSGVO ein Forum zumachen? Sehe da nicht wirklich Probleme, wenn man nicht grad völligen Mist baut...


Und für sowas muss man nicht unbedingt ein Jahre altes Thema ausgraben...
 
Warum sollte man wegen DSGVO ein Forum zumachen?
Beispielsweise, weil man das Risiko nicht eingehen möchte, wegen einer kleinen Nachlässigkeit Opfer der Abmahn-Industrie zu werden. Die DSGVO ist in meinen Augen der größte Müll, seit es Datenschutz gibt: unklare Formulierungen, sinnfreie Anforderungen und "geschützt" wird dadurch schon mal gar nichts. Im Gegenteil: Seitenbetreiber, die nicht kommerziell unterwegs sind, werden behandelt wie Großkonzerne und gleichzeitig dazu genötigt, Ihre privaten Kontaktdaten (die dem Schutz bedürften ("Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht")) zu veröffentlichen.
 
wenn man nicht grad völligen Mist baut...
Und wenn doch? "nicht grad völligen Mist bauen" sagt ja nur etwas über die Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Aber es gilt die Formel
Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit * mögliche Schadenshöhe
und da die mögliche Schadenshöhe für viele hier schon in den Bereich der Insolvenz führen kann, muss man sich eben fragen, ob der Betrieb eines Forums so etwas rechtfertigt. Bei kleineren Unternehmen ist so ein Thema deshalb auf jeden Fall Chefsache und da wird oft schon die Zeit fehlen, überhaupt nur zu prüfen, ob ein reales Risiko besteht. Also lässt man es lieber sein. Die exorbitanten Strafen, mit denen man angeblich facebook und Co. treffen will, sind deren bester Schutz vor europäischer Konkurrenz von unten.
 
Beispielsweise, weil man das Risiko nicht eingehen möchte, wegen einer kleinen Nachlässigkeit Opfer der Abmahn-Industrie zu werden.
...die es grad in dem Bereich nahezu gar nicht gibt.

Seitenbetreiber, die nicht kommerziell unterwegs sind, werden behandelt wie Großkonzerne
Seitenbetreiber, die nicht kommerziell unterwegs sind, und keine Daten an Großkonzerne weitergeben, haben wirklich keine Probleme, DSGVO-konform zu sein.
Oder wo werden die behandelt wir Großkonzerne?

gleichzeitig dazu genötigt, Ihre privaten Kontaktdaten (die dem Schutz bedürften ("Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht")) zu veröffentlichen.
Mussten nahezu alle betroffenen Seiten auch schon vorher durch's TMG.
 
Die letzten aufgrund der DSGVO.
Die DSGVO verlangt im Grund "nur" eine transparente Dokumentation was von wem und ab wann mit den personenbezogenen Daten einer Person (IP-Adresse, Name, Anschrift, Email-Adresse,...) im Geltungsbereich der EU passiert. Und an wen man sich -zwecks Änderung der Daten- wenden kann. Beim Registrierungsprozess hier halten sich die erhobenen persönlichen Daten aber in Grenzen, bleiben nur die IP-Adresse und die verlinkte DS-Erklärung: https://www.java-forum.org/pages/Datenschutzerklaerung/ Aber da sieht auch alles gut aus.
 
Danke für eure Antworten. Ich glaube ja auch nicht, dass es diesen Abmahn-Wahn gibt, aber es haben sich viele kleine Seiten / Betriebe etc. die ich kenne einschüchtern lassen.

Ich finde die DSGVO (bzw. wie sie von vielen umgesetzt wird) auch scheiße - werde immer wieder privat und beruflich damit konfrontiert, und staune wie übervorsichtig und umständlich sich viele jetzt das "digitale Miteinander" machen.
Beispiel aus dem Privatleben: Eine Arztpraxis die erst ein Formular unterzeichnet und gescannt haben möchte, bevor sie auf meine E-Mail antwortet.
Beispiel aus dem Berufsleben: Ein Supportbereich einer Software die wir nutzen, die verlangt, dass man kein Sammelpostfach als Kontaktadresse, sondern eine persönliche E-Mail-Adresse angibt;
dass beides nicht viel mit dem ursprünglichen Datenschutz zu tun hat, wäre hier leere Argumentiererei. Klar windet man sich hier oder da, aber wenn sich jemand (Person oder Firma) in den Kopf gesetzt hat dass das jetzt "zu den neuen Datenschutz Richtlinien" gehört, müss man sich fügen.

Tja, jedenfalls bin ich einfach vorsichtig geworden, bevor ich mein Herz an neue Websites hänge.
 
@mihe7 und @Meniskusschaden haben es super zusammengefasst! Ich würde aber nicht soweit gehen, und sagen "die Fesseln der gequälten Menschheit seien aus DSGVO-Papier..."
Eine Arztpraxis die erst ein Formular unterzeichnet und gescannt haben möchte, bevor sie auf meine E-Mail antwortet.
Solange da nicht auch noch eine Gebühr von 5 Eur pro E-Mail erhoben wird...
Ein Supportbereich einer Software die wir nutzen, die verlangt, dass man kein Sammelpostfach als Kontaktadresse, sondern eine persönliche E-Mail-Adresse angibt;
Deren Bier...
Tja, jedenfalls bin ich einfach vorsichtig geworden, bevor ich mein Herz an neue Websites hänge
Das gilt iA immer und überall. ;)

Ich passe mittlerweile auch darauf auf, nur außerordentliche Freundlichkeiten jedem zu schreiben...
 
@mihe7 und @Meniskusschaden haben es super zusammengefasst! Ich würde aber nicht soweit gehen, und sagen "die Fesseln der gequälten Menschheit seien aus DSGVO-Papier..."
@mihe7s Punkte sind mMn kaum relevant (Abmahnindustrie gibt es kaum, nicht-kommerzielle Anbieter müssen kaum etwas machen, Impressumspflicht & BDSG gibts schon lange), @Meniskusschadens Punkten stimmen natürlich, wenn man nicht gewillt ist, sich damit zu beschäftigen, und keine Ahnung hat, ob man mit Kundendaten beschissen umgeht, sollte man es lassen - hätte man dann mMn auch schon vor der DSGVO (gab nicht grundlos zwei Jahre Vorlaufzeit, BDSG gibts ja auch schon eeetwas länger...)


Welche Punkte findest du denn an der DSGVO schlimm, aus Anbieter- und aus Nutzer-Sicht?
 
...die es grad in dem Bereich nahezu gar nicht gibt.
Das Risiko, eine Abmahnung zu erhalten, dürfte seit der DSGVO erheblich gestiegen sein. Der Punkt ist einfach, dass die DSGVO so geschrieben ist, dass es (ggf. nicht nur) für eine Privatperson praktisch unmöglich ist, dieser vollumfänglich zu entsprechen, weil man ja z. T. (noch) gar nicht weiß, was wie darunter verstanden werden soll oder noch besser, wie der ganze Spaß angewendet werden soll.

Kleines Beispiel: "Der Verantwortliche trifft geeignete Maßnahmen, um der betroffenen Person alle Informationen [...] in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache zu übermitteln [...]" Art. 12 DSGVO

Daraus wird dann abgeleitet, dass auf einer Webseite zwei Klicks zu viel sind, dass die Informationen nicht ins Impressum aufgenommen werden usw. Theoretisch könnte man auch auf die Idee kommen, jemanden abzumahnen, weil seine Datenschutzerklärung schon allein aufgrund des Umfangs nicht mehr verständlich ist oder weil jemand Google Fonts und Google zweimal aufführt oder ...

Bei Webseiten gibt es ja wenigstens noch einen erkennbaren Zusammenhang: Besucher der Webseite werden auf der Webseite darüber informiert. Aber, wie sieht es z. B. bei E-Mails aus?!? Oder nimm Fotos: das Beiwerk ist in der DSGVO gar nicht berücksichtigt.

Die Idee der DSGVO mag ganz gut gemeint sein, die Umsetzung ist aber der totale Schrott.

Mussten nahezu alle betroffenen Seiten auch schon vorher durch's TMG.
Vom TMG waren nur geschäftsmäßig betriebene Seiten betroffen und es herrschte allgemeiner Konsens darüber, dass die Rezeptsammlung von Max Mustermann nicht dazu gehört.

Seitenbetreiber, die nicht kommerziell unterwegs sind, und keine Daten an Großkonzerne weitergeben, haben wirklich keine Probleme, DSGVO-konform zu sein.
Oder wo werden die behandelt wir Großkonzerne?
Von hinten nach vorne: für Privatpersonen gelten exakt die gleichen Vorschriften und Anforderungen wie für Großkonzerne, sobald der Provider auch nur den Seitenzugriff loggt. Während sich letztere von ihren sowieso vorhandenen Rechtsabteilung(en) absichern können, werden Privatpersonen durch ein irrsinnig kompliziertes Regelwerk unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt. Die Probleme bei der Umsetzung habe ich oben anklingen lassen.
 
@mrBrown etc. - Versteht mich nicht falsch - dass persönliche Daten geschützt werden sind nicht schlecht,
ich finde es einfach nur schlecht, wie vielseitig es von verschiedenen Personen / Firmen etc. falsch verstanden wird, und wie viele ganz strenge Regeln erfinden, die nicht notwenig wären, und evtl auch gar nichts mit Datenschutz zu tun haben.
(Das ist alles was ich "Scheiße" finde.)
 
Bei Webseiten gibt es ja wenigstens noch einen erkennbaren Zusammenhang: Besucher der Webseite werden auf der Webseite darüber informiert. Aber, wie sieht es z. B. bei E-Mails aus?!? Oder nimm Fotos: das Beiwerk ist in der DSGVO gar nicht berücksichtigt.
Zu Fotos: welche Bereiche siehst du da nicht abgedeckt? Die sind entweder abgedeckt oder durch andere Gesetze schon länger geregelt, hier ist das ganz nett zusammengefasst.

Zu Mails: Wenn die Mail-Adresse nicht vom Himmel fällt, gab es höchstwahrscheinlich schon vorher die nötigen Hinweise. Man könnte vermutlich einen Fall konstruieren, in dem es keinen Onlineauftritt oä. gibt, der Nutzer von sich aus die Mail schreibt und damit automatisierte Datenverarbeitung angestoßen wird - aber wie realistisch ist das?

(Und die Unklarheiten an manchen Stellen sind in Gesetzen ja durchaus völlig normal...)

Vom TMG waren nur geschäftsmäßig betriebene Seiten betroffen und es herrschte allgemeiner Konsens darüber, dass die Rezeptsammlung von Max Mustermann nicht dazu gehört.
Und sobald er einen (Affiliate-) Link zu Amazon drin hat, um seine neuste Pfanne zu zeigen, muss er es haben.
Sobald er regelmäßig neue Rezepte veröffentlicht und das mit mehr Personen als dem engsten Bekanntenkreis teilt, muss er es haben.

Und wenn es doch rein privat ist, findet auch DSGVO keine Anwendung ("Diese Verordnung findet keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten [...] 3. durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten").


Von hinten nach vorne: für Privatpersonen gelten exakt die gleichen Vorschriften und Anforderungen wie für Großkonzerne, sobald der Provider auch nur den Seitenzugriff loggt. Während sich letztere von ihren sowieso vorhandenen Rechtsabteilung(en) absichern können, werden Privatpersonen durch ein irrsinnig kompliziertes Regelwerk unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt. Die Probleme bei der Umsetzung habe ich oben anklingen lassen.
Um mal realistisch zu bleiben: das "irrsinnig kompliziertes Regelwerk" mit "unkalkulierbaren Risiken" hat sich für Privatpersonen bisher als ziemlich einfach umsetzbar (wenn man nicht grad exzessiv Daten erhebt und mit denen undurchsichtige Dinge anstellt) und einen freundlichen Hinweis der entsprechenden Behörde rausgestellt. Hat sich in der Realität bisher irgendwas als komplizierte Hürde herausgestellt und gab es irgendwo "Abmahnung" gegen Privatpersonen?
Man kann sicherlich beliebige Fälle konstruieren, in denen es Probleme gibt, aber welche davon gab es denn in der Realität?


@mrBrown etc. - Versteht mich nicht falsch - dass persönliche Daten geschützt werden sind nicht schlecht,
ich finde es einfach nur schlecht, wie vielseitig es von verschiedenen Personen / Firmen etc. falsch verstanden wird, und wie viele ganz strenge Regeln erfinden, die nicht notwenig wären, und evtl auch gar nichts mit Datenschutz zu tun haben.
(Das ist alles was ich "Scheiße" finde.)
DSGVO ist scheiße, weil Unternehmen unabhängig davon Unsinn machen? :p
 
Zuletzt bearbeitet:
Dsgvo ist doch so ähnlich wie die Gez... Man soll für eine Wohnung zahlen, noch bevor man den Mietvertrag unterschrieben hatte - und auf E-Mails wird nicht geantwortet. :D
Was ich damit sagen will: Danke EU...
(Damit es keiner missversteht, das war Ironie - oder anders: S*heiß EU)
 
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